Wohnsiedlung Schmelz
OHW - Erlebnis
Treffpunkt ist am Mareschplatz Nr. 1 (Lokal). Weiter geht es in Kleingruppen zu interessanten Orten in der Siedlung, im Anschluss kann eine Wohnung besichtigt werden. Fotografierverbot in der Wohnung.
Die auf dem ehemaligen Exerzierplatz Schmelz errichtete Wohnsiedlung ist eine der beiden ältesten Gemeinde-Wohnanlagen Wiens und mit 85 Wohnhäusern und ursprünglich 832 Wohnungen (heute 721) die größte Wohnanlage im 15. Bezirk
Die „Mareschsiedlung“, der erste Bauabschnitt (1918-1920), orientiert sich an der Idee der Siedlerbewegung und an der Gestaltung der deutschen Gartenstadt und unterscheidet sich damit von den späteren Gemeindebauten des Roten Wien. Benannt ist dieser Teil nach einem Mitbegründer des sozialen Wohnbaus in Wien, Rudolf Maresch, der maßgeblich an der Planung und Errichtung beteiligt war. Geplant bereits vor 1918, verzögerte sich der Bau und aufgrund des Baustoffmangels war man für diese erste Siedlung auf billige Materialien angewiesen. Rund um den Mareschplatz, das Herz der Anlage, zeugt eine Oase von Kleingärten von der damaligen Mangelsituation – ursprünglich waren dies Nutzgärten zur Selbstversorgung.
Der zweite Bauteil (1922-1923) ist der „Planschbeckenbau“ an der Gablenzgasse/Possingergasse. Der Name erinnert an das erste Kinderfreibad Wiens, das sich hier im Hof befand. Die zwei- bis dreistöckige Blockrandverbauung entspricht bereits viel eher der Ästhetik des sozialen Gemeindebaus der 1920er Jahre.
In der dritten Bauphase (1923-1924) wurde der am Rohrauerpark gelegene "Hufeisenbau" errichtet. Er unterscheidet sich durch die Erker und Loggien, die starken Vor- und Rücksprünge in der Fassade und die aufgelockerte Dachlinie deutlich von den älteren Bauteilen.
© Text: Eva Barilich, Fotos: Dieter Henkel
AkteurInnen:
ArchitektInnen: Hugo Mayer
Adresse:
1150 Wien, Mareschplatz 1
Öffnungszeiten:
Sa 10 - 17 Uhr
Erreichbarkeit:
U3, Kendlerstraße
Bus 12A, Minciostraße
Bus 10A, Auf der Schmelz
Baujahr:
1919-1924



